Wacken Open Air 2006
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Samstag, 06. August 2005

METAL CHURCH
Aus Seattle sind mit METAL CHURCH die Aushängeschilder des Achtziger Jahre Power Metal nach Wacken angereist, um ihre Fans den Einstieg in den letzten Festivaltag zu versüßen. Leider müssen die Power Metaller auf der kleineren Party Stage ran, obwohl sie im Vorjahr noch auf der True Stage für Power gesorgt hatten. Diesen professionellen Musiker ist das aber völlig egal, auf welcher Bühne sie auftreten und so geht es bei strahlendem Sonnenschein mit dem neuen METAL CHURCH Song ‚A Light In The Dark’ vom gleichnamigen Studioalbum los. ‚Gods Of Wrath’ sowie ‚Beyond The Black’ schlagen richtig ein, bevor ‘Metal Church’ den regulären Set beendet. Die Seattle Metaller kehren aber zurück, um mit ‘Mirror Of Lies’ einen weitren neuen Hit ins Publikum zu feuern. Kurdt Vanderhoof und Sänger Ronny Munroe peitschen die Fans immer wieder an. Die anderen Musiker, mit dabei auch Savatage-Drummer Jeff Plate, stehen dem in nichts nach und lassen ihrer Energie freien Lauf.

ARCH ENEMY
Eine Hammer-Show und ein fantastische Setlist lassen wirklich keine Wünsche offen. Allein der Opener ‚Nemesis’ ist ein Einstieg nach Maß. Angela Gossow ist unbestreitbar neben Sabina Classen von Holy Moses die absolute Ausnahmesängerin im harten Bereich. Mehr Stimmung geht bald nicht mehr. ARCH ENEMY sind definitiv derzeit einer der heißesten Anwärter als die Melodic Death Metal Band der Neuzeit. Was Gitarrist Michael Amott bereits zu Carcass-Zeiten zum Geheimtipp werden ließ, kann er nun mit seiner neuen Band auf das nächsthöhere Level hieven. Hier sind sich alle einig diese Band muss im nächsten Jahr mit längerer Spielzeit auf eine Hauptbühne zurückkehren.

FEAR FACTORY
Über FEAR FACTORY muss man keine großen Worte verlieren. Dementsprechend setzt sich der Trend der ersten beiden Tage fort und die Band spielt auf der Hauptbühne vor einem relativ dichten Gedränge. Ihre Mischung aus Thrash und Death gepaart mit Industrial kommt hier gut an. Vielleicht auch zusätzlich, weil Burton C. Bell ganz klar zeigt, dass er sich freut, in Wacken zu sein. Die Jungs starten auch gleich durch, als wenn Wacken ihr Wohnzimmer wäre. Fans, die sich nach dem letzten Output der Band gesorgt haben, dass einiges an Härte verloren gegangen ist, denen wird hier Gegenbeweis gezeigt.

SOULFLY
Nach einem kurzen Opener geht Max mit seinen Mannen auch gleich in die Vollen. Aus den Boxen erschallt der Song ‚Babylon’ und SOULFLY lassen es von der ersten Minute an krachen - der Einstieg in das Set mit ‚Prophecy’, ‚Seek ´n´ Strike’, ‚Roots Bloody Roots’ lässt nur Gutes erhoffen. Direkt vor der Bühne hat sich ein Moshpit gebildet und es wird wie wild gepogt. Eine unvergleichliche Stimmung ist entstanden. Zwischendurch gibt es dann auch noch eine Percussion-Session und einige Titel folgen, die sonst von SOULFLY nicht so oft dargeboten werden, wie z.B. ‚The Prophet’, ‚LOTM’ und ‚Fire’. ‚Eye For An Eye’ markiert das Ende dieses tollen Auftritts.

WHITESNAKE
Mr. David Coverdale ist stimmlich voll auf der Höhe und begeistert die Menge mit 1a-Songs. Los geht’s mit ‚Burn’, der Deep Purple-Vergangenheit Meisters. Als nächstes donnert dann ‚Fool For Your Lovin’ aus der PA. Egal ob ‘Is This Love’, ,Crying In The Rain’ oder ,Here I Go Again’, hier wird alles fanatisch abgefeiert. Selbst der Zugabeblock mit ,Still Of The Night’ und ,Bad Boys’ bringt die Massen heftig in Bewegung. Mit einer Show wie dieser gehörten WHITESNAKE eindeutig zu den Gewinnern.

LAKE OF TEARS
Die Schweden LAKE OF TEARS schaffen es, eine ordentliche Anzahl an Metalfans vor die W.E.T. Stage zu bringenWährend sich draußen die Sonne verabschiedet, passt die Stimmung perfekt für LAKE OF TEARS und ihre melancholischen Songs. Die düsteren Gitarren und der intensive Gesang von Daniel Brennare sind das Grundgerüst der Songs der vier Schweden. Natürlich liegt der Schwerpunkt des Auftritts bei Stücken des letzten Studioalbums „Black Brick Road“, wobei aber natürlich doch auch ältere Songs zum Zuge kommen. Schade, dass der Gig nur sehr kurz ist und mit rund einer Viertelstunde Verspätung beginnt.

MOTÖRHEAD
Eines der berüchtigtsten musikalischen Trios der Metalszene steht mit einer gewaltigen Songauswahl auf der True Metal Stage. Es sind MOTÖRHEAD, und es sind so viele Metalfans vor die Bühne gekommen wie bei fast keiner der bisherigen Bands dieses Festivals. Eigentlich ist man es ja von Lemmy gewohnt, einen Klassiker nach dem anderen vorgesetzt zu bekommen, doch an diesem Abend sollte alles ein wenig anders kommen. Die Setlist enthält einige fast schon vergessen geglaubte Perlen der Bandgeschichte, wobei auch das unterbewertete Studioalbum „Another Perfect Day“ zum Zuge kommt. So gibts ‚Metropolis’ ebenso wie ‚Going To Brazil’ oder ‚Born To Lose’. Im Mittelteil von ‚Sacrifice’ darf Drummer Mikkey Dee dann seine Qualitäten unter Beweis stellen. Zum Abschluss des außergewöhnlichen MOTÖRHEAD-Gigs durften dann natürlich ‚Ace Of Spades’ und ,Overkill’ nicht fehlen, so dass wirklich jeder MOTÖRHEAD-Fan auf seine Kosten kommt.

ROSE TATTOO
Nach dem tragischen Tod von Pete Wells war es schon ein kleines Wunder, die Band ROSE TATTOO bereits wieder auf der Bühne zu sehen. Angry Anderson und seine Jungs boten ein Feuerwerk mit vielen Hits wie ‚Rock `n´ Roll Outlaws’, ‚Remedy’ und ‚Bad Boy For Love’. Als sich dann für den Zugabenteil Gonzo Röhr, seines Zeichens Gitarrist der Böhsen Onkelz, als Gastmusiker dazu gesellte, war wieder ein Stück Rockgeschichte geschrieben. Ein denkwürdiges Ereignis, das alle Anwesenden so schnell nicht vergessen werden. Somit wird der Blues Rock der Australier einen bleibenden Eindruck in der Wacken-Geschichte einnehmen und uns hoffentlich noch lange erhalten bleiben.

OUTRO

Unser Dank geht an das gesamte WACKEN OPEN AIR-Team für das tolle Festival und die gute Organisation.

SEE YOU IN 2007 - RAIN OR SHINE!