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Nachdem ex-Accept-Frontmann Udo Dirkschneider zuletzt in Richtung von Gitarrist Wolf Hoffmann ausgeteilt hatte (siehe unten), hat dieser nun zum Konter ausgeholt. So wurde Hoffmann im Interview mit „Rock Overdose“ auf jene verbale Spitze des 70-jährigen U.D.O.-Sängers angesprochen, dass Accept nach dem Abgang von Bassist Peter Baltes mit der übrigen Besetzung nicht mehr Accept seien, da Wolf das einzige verbleibende Gründungsmitglied sei.

In der Vergangenheit stecken geblieben
„Ja, klar. Natürlich. Was gibt es sonst neues?“, entgegnete Hoffmann sarkastisch. „Natürlich sagt er das. Worüber sollte er sonst reden? Das ist genau der Punkt: Wenn du andauernd über etwas sprichst, das vor 30 Jahren passiert ist, was sagt dir das über deine eigene Karriere? Das ist alles, was ich dazu zu sagen habe. Ich sage stets: Probieren geht über Studieren. Mach tolle Musik — und der Rest ergibt sich von selbst. Und das ist alles, was wir versuchen zu tun. Wir versuchen nicht, mit irgendjemand zu konkurrieren. Wir müssen uns nichts beweisen. Denn wir sind Accept und wir machen tolle Platten. Das ist alles, was ich weiß.“

Udo Dirschneider wurde Anfang Mai darauf angesprochen, ob er in den letzten Jahren jemals Kontakt mit Hoffmann hatte. „Nie“, entgegnete Udo Dirkschneider. „Und ich will auch gar keinen Kontakt mit ihm haben. Mit Peter Baltes [Ex-Accept-Bassist — Anm.d.A.] bin ich jetzt echt gut befreundet. Er hat zum Beispiel den kompletten Bass auf meinem Coveralbum [MY WAY] eingespielt. Ich habe immer noch ein gutes Verhältnis zu Stefan Kaufmann [Ex-Accept Schlagzeuger]. Er war Gitarrist bei U.D.O., hat U.D.O. produziert und so weiter. Der einzige Typ, mit dem ich nicht reden will — lasst es mich so sagen –, ist Wolf. Dafür gibt es viele Gründe. Ich wünsche ihm das Beste. Er ist ein toller Gitarrist. Aber ob ich wieder mit ihm arbeiten würde — nie mehr.“

Ganz Frankfurt steht auch heute noch Kopf. Denn die Eintracht besiegte am gestrigen Mittwochabend nach einem 1:1 in der regulären Spielzeit, einer Verlängerung ohne Treffer und der anschließenden Nervenschlacht im Elfmeterschießen die Glasgow Rangers. Damit haben der österreichische Trainer Oliver Glasner und seine Mannschaft die UEFA Europa League gewonnen. Ganz vorne mit dabei waren natürlich auch die Thrash-Metaller Tankard.

Thrash-Taskforce
Sänger Andreas „Gerre“ Geremia und Co. sind bekanntlich eingefleischte Fans von Eintracht Frankfurt. Die Vereins-Oberen wissen das natürlich und binden die Band immer wieder in Aktionen mit ein. So haben Tankard unter anderem beim Finale des DFB-Pokals 2018 im Berliner Olympiastadion groß aufgespielt. Beim gestrigen Endspiel der Europa League flog das Quartett nun mit nach Sevilla. Dort hatten die Hessen zwei Aufträge vor dem großen Match. Zum einen fuhr Gerre im Quiztaxi durch die viertgrößte Stadt von Spanien und hielt Ausschau nach Anhängern der Eintracht (siehe Video unten). Der Kofferraum war dabei voller Frankfurt-Trikots und -Fanartikel, die die teilnehmenden Kandidaten durch drei richtige Antworten einheimsen konnten.

Zum anderen durften Tankard natürlich auch noch ihre eigentliche Kernkompetenz ausspielen: das Musikmachen. So luden die Organisatoren des Fanfests zum Europa League-Finale die Trasher ein. Auf einer Bühne auf dem Prado de San Sebastián traten die Metaller zum krönendem Abschluss der Veranstaltung auf — daneben gaben sich noch andere musikalische Acts wie Roy Hammer und Caser Nova die Ehre.

Neuigkeiten von Ozzy Osbourne! Ehefrau und Managerin Sharon Osbourne hat in der Graham Norton Radio Show über die Zukunft gesprochen – und die beinhaltet auch ein Album. Die nächste Platte von Ozzy werde im September erscheinen, verkündete sie. „Er ist [auch jetzt] im Studio beschäftigt. Er schreibt und singt, und das macht ihn sehr glücklich. Er wird nie aufhören, zu schreiben und zu singen“, so Sharon. Im Haus der Osbournes in Buckinghamshire habe er ein eigenes großes Studio. „Wir haben [es] gebaut, damit er alles zu Hause machen kann“, so Sharon.

Umzug nach Großbritannien geplant
Dafür wird der ehemalige Black Sabbath-Frontmann bald noch mehr Gelegenheiten haben, denn es stehen weitere Veränderungen an. Sharon zufolge werden die Osbournes nämlich wieder zurück nach Buckinghamshire ziehen – derzeit leben sie hauptsächlich in den USA, das Haus in Großbritannien wird sporadisch genutzt. „Bis Weihnachten wird das ein Hin und Her, dann ziehen wir dauerhaft hierher“, sagte sie in dem in Großbritannien geführten Interview. Gerade sei sie immer nur für einige Wochen an einem Ort.

Wenn es dann vollständig zurück nach Europa gehe, seien es allerdings nur Ozzy und sie: „Die Kinder sind so amerikanisch, die wollen nicht zurück.“ Bei Ozzy, dem es nach seiner Corona-Erkrankung wieder gutgeht, ist es umgekehrt. „Er kann es kaum abwarten“, verriet seine Ehefrau. Mit einer kurzen Unterbrechung haben die Osbournes seit den Siebzigern ausschließlich in den USA gelebt, haben also mehr Zeit dort als in der Heimat Großbritannien verbracht. Ein Haus hatte die Familie dort allerdings immer. „An diesem Punkt in meinem Leben fühle ich mich sehr zu Hause. Die letzten Jahre habe ich es vermisst, und jetzt fühle ich mich zu Hause“, betonte Sharon im Hinblick auf den anstehenden Umzug.
 
Berühmte Gäste auf Ozzys Album
Vor Sharon hatte Red Hot Chili Peppers-Schlagzeuger Chad Smith bereits im März über eine neue Ozzy-Platte gesprochen. Nachdem er auf Ozzys letztem Album ORDINARY MAN (2020) vertreten war, werde er auch auf dem kommenden 13. Soloalbum zu hören sein, so seine Aussage im Podcast ‘Talk Of Jericho’. Das Schlagzeug teilt er sich mit dem kürzlich verstorbenen Taylor Hawkins von den Foo Fighters. Neben ihnen sind außerdem Metallica-Bassist Robert Trujillo und Guns N’ Roses-Bassist Duff McKagan mit von der Partie. Und an der Gitarre? Smith zählte ein Who-Is-Who der Szene auf: Tony Iommi, Eric Clapton, Jeff Beck, Mike McCready, Josh Homme, Zakk Wylde. 15 Songs wird es insgesamt geben. Den Klang beschrieb Ozzy gegenüber dem englischen Metal Hammer als ORDINARY MAN-ähnlich, Produzent Andrew Watt erwähnte in einem Guitar World-Interview eine Hommage an Ozzys Arbeit in den Achtzigern. Aber wie es letztendlich auch wird: Bei dieser Aufstellung kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Der ehemalige Accept-Frontmann Udo Dirkschneider sorgte in den frühen Achtziger Jahren mit kurzen blonden Haaren, Tarnhosen und Militärstiefeln für Aufsehen. Nun erklärte er die Inspiration für seinen damaligen Look: „Im Jahr 1982 war das Management von Accept auf der Suche nach einem neuen Erscheinungsbild für die Band. Wir sind dann aus irgendeinem Grund in einem Militärladen gelandet. Und dann sagten sie: ‚Warum zieht ihr das nicht an?‘ Ich kam aus der Kabine, und sie: ‚Wow, das sieht gut aus.‘ Ich wiederum: ‚Bist du sicher?‘ Ich hatte damals lange Haare. ‚Okay, ja, das kann ich tragen. Kein Problem.‘ Ich bin offen genug, um auch mal Neues zu probieren, aber ein paar Tage später fragten sie, ob ich mir auch die Haare schneiden könnte. Ich dachte erst, das ist ein Scherz, habe es dann aber doch gemacht. So war Udo geboren.“

Laut Dirkschneider hat sich sein Aussehen im Laufe der Jahre leicht verändert. „Manchmal verändere ich mich ein bisschen“, sagte er. „Ich trage nur ein schwarzes Hemd, und die Hose ist in Tarnfarben. Erst wollte ich von diesem Aussehen wegkommen. Aber die Leute sagten mir: ‚Nein, das kannst du nicht machen. Es ist ein Markenzeichen!‘ Ich kann damit leben.“ Weiter holt er aus: „Das ganze militärische Zeug war zu jener Zeit was ganz anderes. Niemand hatte das gemacht, es hat funktioniert.“ 

Udo: Fleißiges Metal-Urgestein aus Deutschland
Udo promotet derzeit sein neuestes Soloalbum MY WAY, das am 22. April erschien. Hier unsere Kritik dazu. Das als „sein bisher persönlichstes und außergewöhnlichstes Album“ bezeichnete Werk enthält Cover-Versionen. Allesamt Songs, die den kürzlich 70 Jahre alt gewordenen Musiker und Sänger beeinflusst haben. Darunter sind alle möglichen Klassiker der Musikgeschichte – auch solche, die man von Udo vielleicht nicht erwartet hätte.

Sieben Jahre nach seiner Ankündigung, eine spezielle Tournee zu starten, bei der er ein letztes Mal Accept-Songs unter dem Dirkschneider-Banner spielen würde, spielt Udo weiterhin deren Material. Jedoch nur bei ausgewählten Shows. Vor einem Jahr bestätigte Udo gegenüber einem kanadischen Magazin, dass U.D.O. „definitiv“ einige Accept-Songs spielen wird, wenn die Nordamerika-Tour der Band bald zustande kommt. 

Dirkschneider sagte 2016, dass sein Schwur, nie wieder Material der Kult-Band zu spielen, unter einem Vorbehalt steht. „Wenn sich die Band eines Tages in naher Zukunft auflöst und ich noch mit U.D.O. unterwegs bin, dann besteht die Möglichkeit, dass ich die Songs wieder in die Setlist aufnehme“, sagte er. „Aber im Moment gibt es sie noch, also geht zu ihnen, wenn ihr diese Songs live sehen wollt!“

Wie ihr über unser Infoboard bereits mitbekommen haben solltet, findet auch 2022 leider kein Bang Your Head-Festival in Balingen statt… Die seit 1999 existierende Veranstaltung, die jährlich zum gemeinschaftlichen Metal-Genuss einlädt, büßt bereits das dritte Jahr in Folge an Präsenz ein. Zwischenzeitlich wurde online bereits über das potenzielle Ende des Festivals gemutmaßt. Veranstalter Horst Franz erklärt in einer aktuellen Videobotschaft allerdings, dass kein Interesse darin bestehe, die Festival-Aktivitäten einzustellen. Fahrt soll jedoch erst im Jahr 2023 wiederaufgenommen werden.

Der Kalender des Festival-Sommers 2022 sieht zunächst vielversprechend aus. Sowohl die großen als auch kleinere und nischige Veranstaltungen sollen offiziell stattfinden, zahlreiche Bands beherbergen und höchstmotiviertes Publikum erwarten. Doch nicht alle Veranstaltenden sollen mit dem Glück gesegnet sein, „nach“ der Coronapandemie wieder durchstarten zu können. Ob mit oder ohne Pandemie, ob fehlendes oder vorhandenes zusätzliches Handicap, die Branche leidet weiterhin; und selbst die ganz großen Veranstaltenden sollten hinsichtlich der Planung und Umsetzung für dieses Jahr keine leichte Zeit erfahren haben. Insbesondere Veranstalter Horst Franz des Bang Your Head-Festivals hat es hart getroffen, wie er kürzlich via Facebook mitteilte. 

In dem Video, das er öffentlich machte, erklärt er den unregelmäßigen Output an die Fan-Gemeinde, die bereits auf ein finales Statement gehofft hatte. Weder Franz noch andere Mitwirkende sollen die Absicht gehabt haben, die Fanschaft mit „Durchhalteparolen zu vertrösten“ oder Versprechungen zu geben, die im Endeffekt eventuell nicht hätten eingehalten werden können. Sein Statement beginnt Horst Franz jedoch mit der vermutlich wichtigsten Nachricht: „Wir alle wollen, dass es mit dem Bang Your Head-Festival weitergeht. Und wenn die Parameter stimmen, steht dem auch nichts entgegen.“
 
Schwere Last
„Dieses Jahr ein Bang Your Head zu veranstalten, ist eine Sache der Unmöglichkeit“, fährt er fort. „Ursachen hierfür sind die extreme Teuerungsrate in jeglicher Hinsicht durch den Ukraine-Krieg und durch die Coronapandemie.“ Des Weiteren betont der Veranstalter den massiven Personalmangel, der sich während der letzten zwei Jahre ergeben hat. Doch es sind nicht bloß die äußeren Umstände, die ein diesjähriges Bang Your Head-Erlebnis undenkbar machen.

Insbesondere Horst Franz‘ gesundheitlicher Zustand erschwert das Arbeiten enorm. In der Videobotschaft rekapituliert er die zahlreichen schrecklichen Herausforderungen, denen er sich in den vergangenen Monaten und Jahren zu stellen hatte und bittet in gleichem Zuge um Verständnis. Wir wollen uns der Bang Your Head-Fangemeinde anschließen und Horst Franz viel Kraft als auch eine schnelle und erholsame Besserung wünschen.

Mille Petrozzas wichtigste Alben! Der Kreator-Sänger hat bei der ‘Arte Tracks Plattenkiste’ seine liebsten Alben vorgestellt. Diese reichen von persönlichen Vorlieben zu direkten musikalischen Vorbildern. So erzählt er von einem Exploited-Song als Warmup für Kreator-Sessions und der Dead Kennedys-Inspiration für das eigene kommende Album HATE ÜBER ALLES.

Die Misfits-Platte WALK AMONG US nennt Mille in dem knapp 14 Minuten langen Video eine „Blaupause für wie man musikalisch direkt auf den Punkt kommt“. Bei Judas Priest geht er sogar noch weiter: „Das Album BRITISH STEEL sollte jeder, der irgendwie sich für Metal auch nur ansatzweise interessiert, schon haben“, so Mille. Das gleiche gelte für Iron Maidens selbstbetiteltes Debüt. 

Aber nicht nur Metal und Punk sind unter Milles Favoriten – auch Udo Lindenberg und die Rap-Gruppe K.I.Z. finden sich in der Plattenkiste. Und zu jedem Album kann er eine kleine Geschichte erzählen.

Auch für ernste Themen zu haben
Stellvertretend für Kreator ist Mille außerdem in der ‘Tracks’-Sendung im Fernsehen zu sehen. Thema sind die Diskursverrohung und Entwicklungen in der Streitkultur – HATE ÜBER ALLES (VÖ: 3. Juni) ist das wie auf den Leib geschneidert. Neben Mille kommen in dem halbstündigen Beitrag auch andere Künstler zu Wort. Mit dabei ist unter anderem Maik Weichert von Heaven Shall Burn, aber auch Musiker anderer Genres. Zusätzlich für Metal-Fans interessant ist ein Gespräch über Iced Earths Jon Schaffer, der im vergangenen Jahr beim Sturm auf das Kapitol in Washington dabei war. Die Folge ‘Bis die Fetzen fliegen’ läuft heute Abend um 23:45 Uhr bei Arte. Wer nicht so lange warten will, kann sich den Beitrag bereits in der Mediathek ansehen.

Behemoth, die Hohepriester des osteuropäischen Extreme Metal, kündigen ihr zwölftes Studioalbum OPVS CONTRA NATVRAM für den 16. September 2022 an. Der erste Vorab-Song ‘Ov My Herculean Exile’ erschien heute bereits samt sehenswertem Musikvideo.

Zeit für ein Meisterwerk
OPVS CONTRA NATVRAM, das brandaktuelle Behemoth-Werk, knüpft an den 2018 erschienenen Vorgänger I LOVED YOU AT YOUR DARKEST an, der seitherige Dauerbrenner wie ‘Bartzabel’ und ‘If Crucifixion Was Not Enough’ hervorgebracht hat.

Die zehn Songs der neuen Behemoth-Platte wurden während der Coronapandemie geschrieben und produziert. Die prekären Umstände sollten sich allerdings durchaus positiv auf das Resultat auswirken. Umstände, die „das Niveau der Kunstfertigkeit in 43 Minuten und 15 Sekunden sengender Wut nur noch erhöht hat“. Insbesondere Adam „Nergal“ Darski, Frontmann der Band, der für seine akribische Liebe fürs Detail bekannt ist, soll die „Zeit frei von Druck“ genossen haben. Erstmalig seit der Band-Gründung vor über 30 Jahren gab es keine Vorgaben und Deadlines, die die Blackened Death Metal-Gruppe einzuhalten hatte, „was ein noch nie zuvor dagewesenes Maß an Aufmerksamkeit für den Schreib- und Aufnahmeprozess ermöglichte“.

Das Quartett ist im Lauf seiner Karriere zu einer Verkörperung von Rebellion, Individualität und unerschrockenem Selbstausdruck geworden. Speziell im Hinblick auf die konservative und restriktive Politik des Herkunftslands der Band, Polen, erwuchs seitens der Fan-Gemeinschaft zusätzlicher Respekt und zusätzliche Achtung vor den weltoffenen und gleichzeitig kritischen Inhalten der Musik von Behemoth. Auseinandersetzungen mit polnischen Behörden sollen jedoch bis heute der Preis dafür sein. Anklagen wegen Blasphemie und Beleidigung religiöser Gefühle stehen für Behemoth-Frontmann Nergal seit geraumer Zeit an der Tagesordnung. Die Idee jedoch, sich das Denken weder von staatlichen noch kirchlichen Institutionen abnehmen zu lassen und stattdessen individuelle Wege zu beschreiten, lassen sich Nergal und Co. nicht absprechen, wie auch der Tenor der neuen Platte impliziert.

„Der Albumtitel bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen“, erklärt der Sänger. „Es ist das Negative der Werte, Moral und Ethik, gegen das ich antrete. Ich habe mich ernsthaft mit zerstörerischen Tendenzen der Pop-Kultur auseinandergesetzt – den Sozialen Medien und Werkzeugen, die ich für sehr gefährliche Waffen in den Händen von Menschen halte, die nicht dazu in der Lage sind, andere zu beurteilen. Das ist etwas, das ich sehr destruktiv und beunruhigend finde. Und aus der Perspektive eines Künstlers extrem einschränkend. Dies ist mein Mittelfinger dazu. 

Auf der Platte gibt es einen Song namens ‘Neo-Spartacvs’. Spartacus war einer der berühmtesten Rebellen der Geschichte, der sich gegen das mächtigste Imperium aller Zeiten stellte. Am Ende bin ich es, der schreit: ‚Ich bin Spartacus, und du bist es auch! Ich möchte diese Flamme der Rebellion entfachen. Wenn etwas nicht in Ordnung zu sein scheint, dann lehne dich dagegen auf!‘“

OPVS CONTRA NATVRAM erscheint in verschiedenen Konfigurationen mit einem weißen und einem schwarzen Album-Cover.

Behemoth-Vorsteher Adam „Nergal“ Darski klemmt bereits seit Jahren wegen diverser vermeintlicher Missachtungen religiöser und staatlicher Gefühle in den Fängen der polnischen Behörden. Der Black-Metaller, der bereits 2018 Anklagen erhalten hatte, das Staatswappen des Landes im Rahmen der „Republic Of The Unfaithful“-Tournee „beleidigt“ zu haben – dabei wurde das Bildmotiv einer schwarzmetallischen Ästhetik angepasst und als Logo für die Tour präsentiert –, siegte jedoch erneut vor Gericht.

Drei Monate nach der Anklage teilte Nergal auf Instagram mit, dass „alle absurden Anschuldigungen“ gegen ihn „abgewiesen“ worden wären. Im Juli 2020 teilte er jedoch eine neue Nachricht via Social Media, in der er erklärte, dass der Fall wieder aufgenommen worden wäre und die Angelegenheit weiter untersucht werden würde. Ein Experte für Heraldik und Ikonografie stellte damals fest, dass das Artwork der Tournee „ein verzerrtes Bild des polnischen Staatswappens“ enthielt. Das Kunstwerk „beinhaltete Elemente und Symbole, die als satanistisch und antichristlich gelten, mit dem Ziel, Inhalte zu vermitteln, die weit von der historischen und staatlichen Ideologie entfernt sind“, so die Staatsanwaltschaft in Gdańsk.

Der vermeintliche Verstoß
Nergal und Maciej Gruszka, der die Behemoth-Tour online bewarb, wurden der öffentlichen Beleidigung des polnischen Staatswappens angeklagt, worauf eine Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis ausgesetzt ist. Ebenfalls angeklagt wurde Rafał Wechterowicz, der Grafiker, der das Behemoth-Artwork entworfen hatte.

Polnische Symbole sind gesetzlich gegen öffentliche Schändung und Beleidigung geschützt. Laut Lexology.com kann jede öffentliche Verwendung, die als schädlich oder beleidigend eingestuft werden könnte, als Straftat angesehen werden – auch im Fall der künstlerischen Bearbeitung eines Symbols.

Am Freitag (6. Mai 2022) erließ das Bezirksgericht in Danzig ein Urteil in diesem Fall. Nach Ansicht des Gerichts handelt es sich bei der grafischen Gestaltung des Plakats nicht um eine Abbildung des polnischen Wappens. Richterin Monika Jobska erklärte: „Gegenstand der in Artikel 137 des Strafgesetzbuchs beschriebenen öffentlichen Beleidigung muss unter anderem das Emblem sein. Es handelt sich nicht um eine grafische Gestaltung, die auf einen Adler verweist oder ihm ähnlich ist. Nach dem Gutachten eines Sachverständigen wurde das Design vom Gestalter von Grund auf neu geschaffen und stellt keine Abwandlung des Emblems der Republik Polen dar.“ 

Das Logo der „Republic Of The Unfaithful“-Tour zeigte einen weißen Adler ohne Krone – hingegen des gekrönten Adlers, der auf dem polnischen Staatswappen zu sehen ist. Anstelle der Krone zierten Hörner das Haupt des Vogels, um den Leib drapierte Wechterowicz Schlangen, Totenköpfe sowie ein umgekehrtes Kreuz. Das Motiv wurde außerdem auf einem roten Hintergrund platziert, sodass die Gesamterscheinung stark an das Nationalwappen Polens erinnerte.

Seit nunmehr 40 Jahren bereichert Musiker Phil Campbell die Hard ’n‘ Heavy-Industrie mit seinem eindrucksvollen Gitarrenspiel. Obwohl er bereits vor seinem Beitritt bei den legendären Rock-Größen Motörhead musikalisch aktiv war – mit bereits zehn jungen Jahren begann er, erste Riffs zu shredden –, gelang der große Durchbruch erst mit seiner Nachfolgerschaft von Brian Robertson im Jahr 1984, der bisweilen einen kurzfristigen Gitarristenposten bei Motörhead besetzt hatte.

Damit schien Campbell zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die britische Band hatte bis dato nämlich erste kommerzielle Erfolge feiern und großartige Verkaufszahlen erzielen können; ihren Status als angesehene und unverkennbare Hard Rock-Gruppe hatten sich Motörhead also bereits gesichert… Bevor der Hype um die Gruppe zeitweise schwinden und Streitigkeiten mit Labels und Managements zur Tagesordnung werden sollten.

Mit Phil Campbells Beitritt jedoch schien ein neues Motörhead-Kapitel eingeleitet worden zu sein, das sich durch die frische Energie und den wiedergeborenen charakteristischen Sound der Band auszeichnete, der laut Kritikerstimmen vorübergehend untergegangen war. Um die Herzen der Fan-Gemeinde zurückzuerobern, veröffentlichte die Band ein Best Of-Album der bis zu dem Zeitpunkt erschienenen Dauerbrenner – diesmal jedoch mit neuer Besetzung an der Gitarre. 

Die Einführung von Phil Campbell sollte also ohnedies einen positiv-nostalgischen Beigeschmack innehaben, der das Publikum dankbar stimmte. Darauf folgten Releases wie ORGASMATRON (1986), ROCK ‚N‘ ROLL (1987), 1916 (1991), MARCH ÖR DIE (1992) und BASTARDS (1993), die jedoch nie wieder an die kommerziellen Erfolge der späten Siebziger und frühen Achtziger anknüpfen sollten. Zwar zählten Motörhead unterdessen zu den international bekanntesten Hard Rock-Gruppen, Auszeichnungen und einschlägige Verkäufe blieben aber bis auf Weiteres aus.

Eine nennenswerte Renaissance ihres internationalen Erfolgs kann erst ab 2004 wieder vermerkt werden. In diesem Jahr erschien INFERNO, eine Scheibe, die der Band nach Jahren wieder Chart-Platzierungen sichern konnte. Die Abkömmlinge KISS OF DEATH (2006), MOTÖRIZER (2008), THE WÖRLD IS YOURS (2010) und AFTERSHOCK (2013) zogen ebenbürtig nach und hielten wochenlang standhaft Stellung auf globaler Ebene.

Der Aufschwung der Band gipfelte in der Veröffentlichung von BAD MAGIC (2015). Mit der Platte handelt es sich um die erste, die Motörhead mithilfe von Krachern wie ‘Victory Or Die’ und ‘Till The End’ an die Spitze der deutschen Album-Charts katapultierte. BAD MAGIC sollte allerdings das Ende der Motörhead-Historie markieren. Frontmann und Gesicht der Gruppe, Lemmy Kilmister, verstarb im Release-Jahr an einer Krebserkrankung und versetzte die Rock- und Metal-Welt damit in Schock und Trauer.

Nach der Auflösung der ‘Overkill’-Institution gründete Phil Campbell die Gruppe Phil Campbell And The Bastard Sons, mit der er bis heute zwei Alben veröffentlicht hat. Solo- und Nebenprojekte laufen parallel zu dem „Familienunternehmen“ und lassen regelmäßig neues Material des Musikers erwarten. Insofern: Weiter so, cheers und happy birthday, Phil Campbell!

Die Tribal-Metaller Soulfly um den Sepultura-Gründer Max Cavalera haben ein brandneues Studiowerk angekündigt. TOTEM stellt das nunmehr zwölfte Album der Formation dar und wird am 5. August auf die Märkte dieser Welt kommen. Zu dieser frohen Kunde hat die Gruppe auch einen zugehörigen Vorab-Track mitgebracht. Das aufwändig von Aimed & Framed und dem 3D-Character-Künstler Álvar Gómez Padilla produzierte Lyric-Video zu ‘Superstition’ könnt ihr euch unten reinziehen.

Vater-Sohn-Gespann
Soulfly-Mastermind Max Cavalera selbst sagt über die kommende Platte seiner Kapelle: „Mit TOTEM feiern wir die spirituelle Natur. Dieses Album mit Zyon zu schreiben, war eine zwei Jahre lange Reise. Auf dieser Platte dreht sich alles um die Freude, den Spaß und die Wut im Metal.“ Mit Zyon meint Frontmann und Gitarrist Max Cavalera seinen 29 Jahre alten Sohn, der seit 2012 am Schlagzeug bei Soulfly sitzt. Komplettiert wird das Trio von Bassist Mike Leon.

Die Band hat TOTEM im Platinum Underground-Studio in Mesa, Arizona aufgenommen. Als Ton-Ingenieure griffen den Musikern dabei John Aquilino, Arthur Rizk sowie John Powers unter die Arme. Produziert hat die Scheibe Max Cavalera selbst — in Kollaboration mit Arthur Rizk, der zuvor unter anderem bereits schon für Kreator, Municipal Waste und Code Orange gearbeitet hat. Als Gastmusiker treten auf TOTEM John Powers (Eternal Champion), Chris Ulsh (Power Trip) sowie John Tardy (Obituary) in Erscheinung. Produzent Arthur Rizk hat darüber hinaus sämtliche Lead-Gitarrenspuren beigesteuert. Das Artwork für das Album stammt von James Bousema.